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In der Zwickmühle

Unsere lieben Islamkritiker sitzen in der selbstgemachten Falle: nie wurden sie müde, die Vorzüglichkeit des Judentums, der Juden und Israels zu betonen – was auch immer diese netten Menschen so machten. Muslime, ihre Religion, ihre Sitten und Länder sind natürlich furchtbar.

Nur beim Schächten wurde es manchmal etwas schwierig, aber irgendwie redete man sich da noch heraus.

Und nun? Nun erging in Köln ein inzwischen vieldiskutiertes Urteil, indem ein Arzt, der ein muslimisches Kind beschnitten hatte, zwar freigesprochen wurde, aber nur, weil er angesichts der bisherigen Handhabung und der Lehre einem unvermeidbaren Verbotsirrtum unterlegen sei. Es hat m.W. auch noch nie eine Verurteilung von Ärzten oder Eltern wegen der kunstgerechten Beschneidung eines Jungen in Deutschland gegeben. Denn: auch wenn jeder ärtztliche Eingriff tatbestandsmäßig eine Körperverletzung darstellt, so wird doch vorgesehen, dass diese nicht rechtswidrig, also auch nicht strafbar ist, wenn eine Einwilligung vorliegt. Diese Einwilligung erteilt entweder der Patient oder eben seine Sorgeberechtigten.

Für diese Einwilligung muss es einen Grund geben. Im Regelfall ist dies die medizinische Notwendigkeit. Die kann – insbesondere bei Operationen, die mehr der Ästhetik dienen (das Anlegen von Segelohren wurde als Beispiel genannt) auch mal nicht vorhanden sein. Bei der Beschneidung wurde grundsätzlich davon ausgegangen, dass die religiöse Pflicht dazu den Eingriff bzw. die Einwilligung rechtfertigt.

Das sahen der Kölner Richter und seine Beisitzer auf einmal anders – möglicherweise von einer kleinen Gruppe entsprechend interessierter Juristen um Putzke beeinflusst. Und nun steht im Raum, dass Beschneidung aus „lediglich“ religiösen Gründen strafbar sei.

Die „Islamkritiker“ freuten sich. Vor allem aber auch Antisemiten und Religionsfeinde. Und plötzlich hatten einige der „Islamkritiker“ ein anderes Problem: fast noch mehr als die Muslime fühlten sich die Juden in Deutschland angegriffen. Selbst Broders „Achse des Guten“ fand böse Worte über Judenverfolgung, ganz zu schweigen vom Zentralrat.

In etlichen Diskussionssträngen, ganz voran natürlich bei unseren Freunden von PI, zeigte sich nun das wahre Gesicht der „Islamkritik“: Religionsfeindlichkeit, Ausländerfeindlichkeit – bis hin zu krudem Antisemitismus.

Wäre das Thema für die Betroffenen nicht so ernst, müsste ich mich ja fast freuen.

Verbindungen

Mein ursprüngliches Motiv bei Beginn dieses Blogs war es nicht, Heiratsschwindel und andere Betrügereien zu verharmlosen. Mir ging und geht es darum, dass bei 1001 und in deren Umfeld sich rechtes Gedankengut sammelt, gepflegt wird und eine rechtslastige Vernetzung entsteht. Die ist heute ebenso islamfeindlich wie rassistisch und ausländerfeindlich. Was aber von Menschen, die im Allgemeinen nichts damit zu tun haben, unterschätzt wird, ist das Ausmaß und der Zusammenhang der einzelnen Menschen, Vereine und Betriebe, die sich in dieser Richtung engagieren.

Da ich schon länger mich mit solchen Fragen befasse, habe ich die Strukturen teilweise wachsen sehen. Wer bessere Recherchemittel hat, sei es durch eine große Zeitung, sei es aus polizeilichen Zusammenhängen, könnte da sicherlich mehr finden. Wer denn wollte … Wie das mit dem Wollen aussieht, konnte man ja im Falle der Ceska-Morde sehen.

Wo 1001 Geschichte, der CiB und Frau Kern angesiedelt sind, zeigt sich nur hin und wieder. So ist es mit den Verlinkungen von Seiten wie PI, Zitaten in Büchern von U. Ulfkotte und Unterstützung wie z.B. vom Kopp-Verlag. Dort war man 2009 sehr empört, als Evelyne Kerns Lesung anlässlich der Buchmesse von einem Veranstalter wegen rassistischen Gedankenguts abgesagt wurden:

Deutschland voll gaga – warum eine Frauenrechtlerin bei der Leipziger Buchmesse nicht für Frauenrechte eintreten darf
(von Udo Ulfkotte,
http://info.kopp-verlag.de/news/deutschl…-frauenrec.html
)

Evelyne Kern ist eine der bekanntesten deutschen Frauenrechtlerinnen. Doch auf der Leipziger Buchmesse wurden ihre Autorenlesungen nun kurzfristig abgesagt. Grund: Berichte über wahre Frauenschicksale sind heutzutage „rassistisch“.

In hunderten Interviews hat Evelyne Kern Journalisten erklärt, was „Bezness“ ist – vom ZDF-Frauenmagazin MonaLisa bis zum Stern hat man ihr Gehör geschenkt.

Bezness, abgeleitet von dem englischen Wort „business“, steht in orientalischen Urlaubsländern für das Geschäft mit europäischen Frauen und Männern, denen die große Liebe, ein lukratives Geschäft und ein sorgenfreies Leben am Urlaubsort versprochen wird. Jährlich fließen auf diese Weise Millionen Euro in diese Länder – und die jeweiligen Regierungen lassen es zu. Hunderte Frauen und Männer verlieren auf diese Weise ihr gesamtes Hab und Gut. Liebe macht eben blind. Klagen vor der dortigen Justiz sind sinnlos. Ausgenommen, geprügelt, total mittellos und völlig traumatisiert kehren viele nach Deutschland zurück. Die Deutschen Botschaften in orientalischen Staaten wissen dies. Tausende von Betroffenen bitten dort um Hilfe. Sie alle haben sich im Urlaub, zuhause oder per Internet in einen Einheimischen verliebt und am Ende nicht nur ihre große Liebe verloren.

2002 hat Evelyne Kern die Interessengemeinschaft gegen Bezness – CiB – gegründet. Es ist inzwischen ein großer europäischer Verband. Mit Eingaben an die zuständigen Behörden und entsprechender Öffentlichkeitsarbeit bewegt der Verband etwas. Und mitunter werden auch Bücher betroffener Frauen veröffentlicht.

Evelyne Kern hatte mehrere Auftritt zur Präsentation ihres Buches „Sand in der Seele“ auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse fest abgemacht. Zusammen mit Frau Kern wollten zwei weitere Frauen aus ihren Büchern zum Thema „Bezness“ lesen. Im Rahmen von „Leipzig liest“ sollten am Mittwoch, 11. und Donnerstag 12. 03. 2009 jeweils um 19 Uhr die drei Autorinnen mit ihren „Wahren Geschichten“ im Kulturzentrum Linxx.Net aus ihren Büchern lesen. Nun hat man sie kurzfristig wieder ausgeladen. Die Frauenrechtlerinenn sollen jedenfalls nicht sagen dürfen, dass es unter Männern aus der islamischen Welt ein Geschäftsmodell gibt, europäische Frauen zu betrügen und so ein Visum für Europa zu bekommen. Die von von Evelyne Kern übermittelte Begründung für die Ausladung lautet, es sei „rassistisch“, gegen Bezness zu kämpfen. Frauen, die gegen Betrug und das Ausnutzen ihrer Gefühle ankämpfen wollen, sind also „rassistisch“.
Die Frauenrechtlerin Evelyne Kern hat uns darum gebeten, nachfolgenden Teil ihrer Mail zu veröffentlichen: „Das LINXX-Net hat beide Lesungen gestrichen, weil sie der Auffassung sind, dass diese „Wahren Geschichten“ rassistischen Hintergrund haben. Die Autorinnen sind also ausländerfeindlich und rassistisch, weil sie den Mut hatten, ihre Geschichten niederzuschreiben? Armes LinxxNet, das Betrüger in Schutz nimmt und die Betrogenen noch als „Rassisten“ beschimpft. Also auch hier werden wieder einmal die ausländischen Heiratsschwindler, die nichts anderes wollen, als finanzielle Vorteile und den Aufenthaltsstatus in Deutschland, in Schutz genommen – egal, was sie unseren Frauen antun. Die Oberflächlichkeit, mit der Bezness bei einigen Politikern betrachtet wird, ist jedenfalls nicht mit den Menschenrechten zu vereinbaren, denn auch die betrogenen deutschen Frauen haben ein Recht auf Schutz und Verständnis.“

 Da haben wir sie alle zusammen. Die „Frauenrechtlerin“ E. Kern, Udo Ulfkotte, der Mann der durch Zusammenstellung von Vermutungen und Halbwahrheiten Leute verleumdet, Islamhass und Ausländerfeindlichkeit schürt, und der Verlag, der seine und andere Bücher verlegt, damit auch nicht schlecht verdient.

Kopp-Verlag? Wer ist denn das? Nun, Ulfkotte hatte seinerzeit noch bei einem angesehenen Verlag veröffentlicht. Aber denen waren die Klagen wohl zu teuer geworden. Und so fand er, wie z.b. auch Frau Eva Hermann, bei Kopp ein neues Wirkungsfeld. Zeit dürfte er nach seinem Ausscheiden bei der FAZ  ja gehabt haben.

Über den Kopp-Verlag gibt es in dieser Woche im „Kontext“ einen längeren Artikel, besser gesagt, über die Art, wie er mit Menschen umgeht, die versuchen, sein Wirken zu behindern.

http://www.kontextwochenzeitung.de/newsartikel/2012/03/der-einsame-kampf-des-albert-b/

Deutschlands größter Verlag für Verschwörungstheorien sitzt in Rottenburg am Neckar. Gegründet von einem ehemaligen Polizisten und Ufologen. Jochen Kopp verlegt Bücher über Außerirdische, die Madonnenerscheinungen auf die Erde projizieren, über Freimaurer oder die angebliche jüdische Weltverschwörung. Der Kopp-Verlag kann die 68er-Bewegung nicht leiden und Linke sowieso nicht. Nun will er expandieren. Das scheint kaum einen zu stören. Außer Albert Bodenmiller, Vorsitzender der Rottenburger Fraktionsgemeinschaft BFH, „Bürgerfreundliche Heimat“/Die Linke. Er findet, der Kopp-Verlag sei ein „brauner Fleck“ in der Bischofsstadt.

Kopp hat zwei prominente Zugpferde, die zwar von Kritikern nicht in die rechtsextreme, dafür aber in die rechtspopulistische Ecke gestellt werden. Was Bodenmiller fast noch schlimmer findet, weil das Nationale dieses Unternehmens so im Gewand des Bürgerlichen daherkommt. Unauffällig, leise, unterschwellig, getarnt als ganz normal.

Eva Hermann als Zugpferd

Eine Prominente ist die Moderatorin Eva Herman, die 2007 beim NDR rausflog, weil sie öffentlich fand, im Dritten Reich sei nicht alles schlimm gewesen. Angefangen hat sie im Kopp-Verlag als Sprecherin für die Nachrichtensendung der Homepage Kopp-online. Eine Sendung, die seriös aussah wie „heute“ oder „Tagesschau“. Eva Herman überbrachte „Nachrichten, die die Massenmedien verschweigen“. Mittlerweile sind die Kopp-Nachrichten eingestellt, und Eva Herman schreibt auf Kopp-online Texte gegen Homosexualität und solche, die entlarven wollen, dass Medienkonzerne mitsamt der Regierung extra Brigitte Nielsen ins Dschungelcamp gesetzt haben, um Deutschland von all den wichtigen politischen Krisen auf der Welt abzulenken.

Auch Udo Ulfkotte arbeitet für Kopp. Der ehemalige Politikredakteur der FAZ, Geheimdienst- und Islamexperte, mittlerweile abgedriftet in einen regelrechten Hass auf den Islam. Ulfkotte, der Deutschland medienwirksam und in einer seiner Publikationen als einen „Lustigen Migrantenstadel“ bezeichnet und statt Integrationsbeauftragten Rückführungsbeauftragte fordert. Außerdem Reparationszahlungen von Migranten – für die angefallenen Kosten, die Ausländer, vor allem Muslime, in Deutschland verursachen würden. Sein im Kopp-Verlag erschienenes Buch „Vorsicht Bürgerkrieg“ schaffte es sogar auf die Titelseite des Blatts „National-Zeitung“, das vom Bundesamt für Verfassungsschutz als rechtsextrem bezeichnet wird.

Im Kopp-Verlag gibt es Bücher aus dem als rechtsextrem eingeschätzten Ares-Verlag…

Es lohnt sich, den Artikel insgesamt zu lesen, er enthält etliche nette Einzelheiten.

Die Eingangs zitierte Pressemitteilung wurde i.Ü. auch in einem großen Tunesien-Forum gepostet und diskutiert.

http://forum.tunesien.org/ubbthreads.php?ubb=showflat&Number=299492

Es gab Kommentare für und gegen Kern. Einer jedoch stieß bei mir auf besonderes Interesse: etliche Mitglieder des CiB sollten auch bei Pax Europa sein. Das war einmal Ulfkottes Verein – man sieht, irgendwo schließt sich der Kreis.

Und irgendwann wundert man sich über manche Dinge nicht mehr.

 

 

Danke, PI

Warum? Nun, die Herren haben sich die Mühe gemacht – wie seinerzeit die „Leserin“ -, in der Keupstraße Photos zu machen und auf PI zu veröffentlichen. Da ich dort mal gewohnt habe – und mich sehr wohl fühlte – freue ich mich über so etwas, den Text muss man ja nicht lesen. Wer mal dort hingeht – unbedingt essen gehen, es gibt jede Menge leckerer Dinge. Das wissen viele, und so trifft man in etlichen dieser Restaurants tagsüber Menschen, die um die Ecke fürs Fernsehen arbeiten und abends stehen oft teure Karossen mit auswärtigen Nummernschildern vor der Türe ….

Klar, das schreibt PI nicht, die suchen nur Negatives.

Was sie aber ausgelassen haben: es gibt, soweit ich es sehen konnte, kein Photo von der Stelle, wo  2004 eine Nagelbombe explodierte. Mehr als zwanzig Menschen  – alle mit türkischem Hintergrund – wurden leicht bis sehr schwer verletzt, laut Aussage der Polizei war es ein Wunder, dass nicht mehr passierte. Die Täter wurden trotz Bildern einer Überwachungskamera beim Fernsehstudio nicht gefunden – erst im letzten Jahr kam der starke Verdacht auf, dass auch diese Tat auf das Konto der NSU ging.

Wo die Nazis aus Ostdeutschland wohl die Infos über dieses Angriffsziel hatten, eine Straße, wo man mit einer Bombe garantiert jede Menge „Türken“ erwischen konnte? Vielleicht auch von solchen Photos?

Es gibt so viele Geschichten, wie Frauen aus binationalen Ehen um ihre Kinder fürchten und kämpfen. Nicht alle, muss ich sagen, kann ich so glauben, wie sie beschrieben werden – man hört ja immer nur die eine Seite. Selten bekommt jemand wie Herr Mahmoody Gelegenheit, dazu Stellung zu nehmen. Und auch er wurde nicht weiträumig wahrgenommen.

In vielen Fällen habe ich den Eindruck, dass nicht unbedingt die Binationalität der Hauptgrund der Probleme ist – Kampf ums Kind gibt es auch in mononationalen Ehen mehr als genug. Teilweise verschärfen grundlegende Differenzen sicherlich die Situation.

Was mir aber ungemein auffällt, ist die Haltung sehr vieler deutscher Ehepartner, das Kind als Eigentum zu betrachten – auch, wenn es genau das ist, was sie dem anderen unterstellen. Wie ich zu dieser Aussage komme?

Schon bei bestehender Partnerschaft durfte ich lesen, wie viel besser es doch sei, den Vater nicht in der Geburtsurkunde anzugeben, damit habe er keine Möglichkeiten, einen Pass seines Heimatlandes ausstellen zu lassen. Pässe ohnehin am Besten nicht im Haus haben, sondern in der Hand der Mutter (ich nehme zur Schreibvereinfachung mal den mehrheitlichen Fall, dass der Vater der Ausländer ist). Ignorieren, dass das Kind auch die andere Staatsangehörigkeit hat.

Vater ist Muslim? Da gibt es dann ganz verschiedene Varianten, wenn die Mutter nicht konvertiert (ist). Das geht von guten Versuchen, das Kind muslimisch oder in beiden Religionen zu erziehen über heimliches Füttern mit Essen, das nicht halal ist bis zu ertrotzter oder heimlicher Taufe. Oft fängt es mit – beiderseitigem – Bemühen an, aber je älter das Kind wird, desto größer wird die Reibungsfläche, und oft werden ursprüngliche Vereinbarungen nicht eingehalten.

Kriselt es oder ist die Ehe am Ende, wird es richtig kritisch, dann kommen auch von vielen Seiten die „guten Ratschläge“, wie man verhindern könne, dass der Vater sein Kind entführt. Denn natürlich wird er das versuchen, tun sie doch alle.

Tatsächlich aber sind die Fälle wohl gar nicht so häufig, nur das Medieninteresse ist relativ groß.

Ich finde es auch nicht gut, dass so etwas vorkommt, nicht missverstehen. Ich wende mich aber auch dagegen, dass unter dem Vorwand der Angst vor Entführung den entsprechenden Vätern der Umgang extrem erschwert wird, ganz normale Ferienreisen unmöglich werden und die Beziehung, die vielleicht zuvor zu seiner Familie bestand, nicht weiter gepflegt werden darf.

Wie sieht es denn umgekehrt aus? Die Ehe wird im Ausland geführt, man versteht sich nicht mehr. Der Vater hat Angst, dass die Frau die Kinder mit nach Deutschland nimmt (was ja nicht selten gewünscht wird). Er bemüht sich also, auch bei Gericht, dies zu verhindern. Wie wird das in der deutschen Presse und deutschen Foren gesehen? Der böse Kerl, will sie und die Kinder in diesem schrecklichen Land festhalten. Sie darf nicht einmal die lieben Großeltern in Deutschland besuchen, wie grausam, ihnen die Enkel vorzuenthalten.

Merkt man was?

Und dann – darauf hatte mich Andreas Anfrage bei 1001 gestoßen: sie schafft es. Großer Jubel für die tapfere Frau, die sich und die armen Kinderchen aus der schrecklichen Situation befreit hat. Sammelt für sie, bringt ihr Buch heraus, reicht sie in Talkshows herum (Erstklassiges Beispiel: Die weiße Massai). So muss man mit diesen Machos umgehen. Nein, seine Kinder sieht er gewiss nicht wieder. Hat sie sich strafbar gemacht? Die Hausjuristin von 1001 meint, nein. Mir ist auch kein Fall bekannt, wo eine Deutsche wegen Kindesentzug nach Deutschland vor Gericht gekommen wäre. Aber ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen.

Bei beiden Varianten wird sowohl vom deutschen Elternteil als auch von dessem Umfeld davon ausgegangen, dass selbstverständlich für ein deutsches Kind nur ein Aufwachsen in Deutschland gut ist.

Ich frage mich aber, wie das auf die Kinder wirkt. Die krasse Ablehnung all dessen, wofür ihr Vater stand und was mit ihm zu tun hat, die ich oft finde, betrifft ja auch eine Hälfte des Kindes. Wie soll dieses Kind zu sich selbst stehen, wenn es älter wird und die bösen Worte auf diesen seinen Teil bezieht? Machen sich das diese Supermütter eigentlich klar?

Schockiert war ich, als ich vor längerer Zeit bei 1001 ein Gedicht einer der dortigen Schreiberinnen las. Es ist nicht mehr im Forum, daher verlinke ich es nicht und will es mit Rücksicht auf die Tochter auch nicht kopieren. Die Mutter schrieb ungefähr, dass der Islam ihr das Kind seit seiner Geburt genommen habe – denn die Tochter sei ja Muslima (bekannte sich wohl auch dazu, als sie älter wurde), und damit für sie verloren.

Ich kenne inzwischen eine ganze Menge toller junger Menschen aus binationalen Beziehungen, die teilweise schon wieder Kinder haben (z.T. mit anderen binationalen Partnern). Aber leider auch etliche, die sehr darunter leiden, dass ein Elternteil kaum mit ihrem Aussehen und ihrem Erbe konfrontiert werden möchte. Vielleicht sollten sich manche RatgeberInnen auch das mal überlegen, bevor sie so jubeln, wenn eine Frau ihre Kinder nimmt und abhaut:

Evelyne » 01.06.2012, 08:34

Ich bin so froh, dass wir es gemeinsam geschafft haben, Dich auf den richtigen Weg in eine bessere Zukunft zu bringen, liebe xxx. Speziell Dagmar sei Dank für ihren unermütlichen Einsatz, Dich und die Kinder sicher unterzubringen.

Nein, es geht mir nicht um diesen speziellen Fall, daher kein link und der gexxte Name. Aber auch hier, egal, was sie dem Mann vorwirft, es ist und bleibt Kindesentzug, wenn man einfach die Kinder mitnimmt (zumindest konnte ich nicht lesen, dass das vorläufige Aufenthaltsbestimmungsrecht auf die Mutter übertragen worden sei).

Das ist eine Facette, die bei all dem Spaß mit „Bezness“ und „Strandprinzessinnen“ völlig verdrängt wird. Es gibt viele Väter, die ihre Kinder wirklich lieben, aber sie nie mehr sehen werden. Diejenigen, die nur aus Eigennutz sich ein Kind wünschen, sind weit in der Minderheit. Aber das ist vielen, die diese Kinder nur deutsch machen wollen, egal.

Offener Rassismus

… oder einfach Menschenverachtung.

Falls jemand noch Zweifel hat, welch‘ Geistes Kind man bei 1001 ist, empfehle ich diesen thread zur Lektüre. Ich würde es ja gerne bei dem link belassen, aber in Anbetracht der Löschpraxis der dortigen ModeratorInnen zitiere ich doch ein paar der Kommentare des letzten Monats. (Da hilft auch die Änderung nicht, die das „verbietet“ – so etwas genießt keine Schutz nach dem Urheberrecht, der das Zitieren verbieten würde).

Re: Nigerianer in Deutschland Raum München / Italien

Beitragvon kleeblatt » 12.05.2012, 17:34

mal eine saublöde frage,

wie erkennt man eigentlich bei diesen extremst pigmentierten menschen ein tattoo :roll:

kleeblatt
 

Beitragvon Moppel » 12.05.2012, 19:31

kleeblatt hat geschrieben:mal eine saublöde frage,

wie erkennt man eigentlich bei diesen extremst pigmentierten menschen ein tattoo :roll:

An der Farbe 8) .
Moppel

Moppel
 

Beitragvon Haram » 12.05.2012, 21:34

Schwarz auf schwarz :lol:

Manche Mängellisten werden ja auch in weißer Schrift auf auf weißem Hintergrund geschrieben. :wink:

Gruss
haram

PS : Evtl. mit Google Earth mal schauen.

Nur mal so am Rande.

 

 

In eigener Sache

Die Technik schlug zu und so konnte ich einige Zeit hier kaum mehr machen als Kommentare freischalten. Ich bitte um Verständnis und hoffe, dass es jetzt wieder läuft.

Wegwerfmenschen?

In etlichen Foren, wo Frauen und Männer schreiben, die in binationalen Beziehungen leben, gibt es immer wieder Berichte, die mich erschrecken. Nein, ich meine nicht die tränenreichen Artikel, wo beklagt wird, dass man/frau betrogen worden sei und der ausländische Ehegatte ja nur Geld und Aufenthalt wollte. Sondern die, wo ganz cool gefragt wird, wie man ihn durch die Ausländerbehörde am schnellsten wieder ins Heimatland spedieren kann. Es hat halt nicht geklappt, er „funktioniert“ nicht, wie erwartet, also Ende der Ehe und weg damit. Am besten mit Annullierung der Ehe (oft gewünscht, aber in D fast unmöglich), und nie wiedersehen. Vor zwanzig oder mehr Jahren gab es das vermehrt in der Konstellation Mann Deutscher/Frau Ausländerin. Heute lese ich das öfter von Frauen. Nur am Rande.

Was aus dem wird, der dann mit leeren Händen ins Heimatland kommt (das der deutschen Frau oft auch einmal sehr gut gefallen hat, jedenfalls für eine Zeit), ist egal. Hauptsache, weg. Verantwortung für jemanden, den man erst nach D geholt hat? Aber warum denn. Man hat ja soviel investiert, und dann passte die Realtiät nicht auf die Träume – klar ist er schuld.

Auch das ist ein Resultat der Vorschriften des deutschen Ausländergesetzes: für drei Jahre (bis vor kurzem waren es wenigstens nur zwei) hängt die komplette Existenz des Ehepartners davon ab, dass er es sich ja nicht mit der Deutschen verdirbt. Auch jemand, der völlig selbständig ist, genügend Einkommen hat, sich in zwei Jahren etwas aufbaut, muss das Land verlassen, wenn die Frau vielleicht gerade wegen der vielen Arbeit unzufrieden mit dem Mann ist.

Und dann gibt es immer noch Menschen, denen das nicht reicht, die diese Regeln noch verschärfen wollen, bis hin zu Ideen, selbst die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn sie denn in der Ehezeit erworben wurde, wieder abzuerkennen.

Was für ein Menschenbild haben die, die so etwas fordern?