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Archive for the ‘Bezness’ Category

Warum dieser blog?

Ich schaue nun auf mehr als 20 Jahre binationaler Beziehung zurück. Wie bei vielen anderen Frauen auch, hat man dann eher mehr Kontakt zu anderen, deren Partner ebenfalls nicht aus Deutschland sind. Bei mir kam hinzu, dass ich teilweise auch Beratungen gemacht habe, so dass ich sehr viele verschiedene Lebensgeschichten kennenlernte.

Seit mehr als zehn Jahren nun verfolge ich das politische und gesellschaftliche Geschehen um grenzüberschreitende Ehen auch im Internet. Es gibt eine ganze Reihe von Websites und Foren, in denen man viele verschiedene Erlebnisse und Meinungen verfolgen und kommentieren kann.

Und so fand ich vor einigen Jahren auch einen Hinweis auf ein neues Buch, das eine Frau geschrieben hatte, die man in Tunesien ganz bös betrogen hatte. Gut, nach „Nicht ohne meine Tochter“ kann mich auf dem semi-literarischen Sektor ja kaum etwas schockieren. Aber trotz der immer noch sporadisch auftauchenden Folgen der Erzählungen von Betty Mahmoodi hätte ich nicht gedacht, dass ein weiteres Buch solche Kreise ziehen würde. Frau Kern tingelte durch Fernsehsendungen, schuf eine Website, fand Gleichgesinnte. Das steht ihr natürlich frei. Ich beobachtete immer mal, wie die Anzahl der „wahren Geschichten“ auf ihrer Website wuchs, ein Forum eingerichtet wurde und sich dort Poster, in der Mehrheit Frauen, über ihre Erlebnisse mit nichtdeutschen (oder schweizerischen, oder österreichischen) Partnern aussprachen. Zunehmend jedoch wurden die Stimmen krasser, einzelne Schreiber tauchten auf, die selbst sagten, nicht Betroffene zu sein, dafür aber die ärgsten Statements lieferten.

Leider findet sich der link zu dieser Website und diesem Forum auch, wenn man ganz simpel nach binationalen Paaren o.ä. googelt. Daher landen dort immer wieder Frauen am Anfang oder bei Schwierigkeiten in einer Beziehung/Ehe, die Rat suchen. Den bekommen sie, und wie! Keine BEratung, sondern ABratung, mit haarsträubenden Behauptungen verbunden. Das ganz besonders, wenn der Partner männlich und Muslim ist, natürlich. Wieviele wirkliche Beziehungen und Ehen diese Art von „Beratung“ schon durch Misstrauen vergiftet hat, kann ich nicht sagen.

Hinzu kommt, dass zunehmend bei mir der Eindruck entstand, dass man von dort aus auch in anderen Foren gegen binationale Partnerschaften agiert. Immer wieder tauchen dort Postings auf, die von der Diktion her den trend der 1001-Website aufnehmen, teilweise auch großzügig die Site verlinken – wenn nicht der Forenmaster das verhindert. Dazu gehören langjährige Foren wie www.binational-in.de ebenso wie www.nigeria-forum.com , auch bei der wohl besten Infoseite für Ausländer in Deutschland www.info4.alien.de habe ich das feststellen können. Die beiden ersteren haben das allerdings inzwischen abgestellt.

Auch das hat mich nicht sonderlich aktiv werden lassen. Gefragt habe ich mich allerdings öfter, ob sich das Ganze für die Macher der Site nicht auch ganz gut lohnt…. es werden dort Bücher im Eigenverlag beworben, es gibt einen neuen Geschäftszweig, über den ich noch schreiben werde, Vorträge, Fernsehauftritte….

Ein Unterforum über Religion wurde geschlossen. Heute heißt es regelmäßig: „keine Religionsdiskussionen“ – aber das hindert nicht, dass sich ein eindeutiger islamophober trend dort breit macht. Nicht nur in den Aussagen der einzelnen SchreiberInnen, sondern auch darin, dass unter den Seiten, die auf 1001 verlinken, PI-news zu finden sind. Dies wurde von einer Userin mit etlichen Kommentaren auf Meinungen zu PI moniert, aber Frau Kern  sah sich zu keiner Distanzierung veranlasst, die über den Standardtext hinausging:

..damit ist doch alles gesagt, oder? Dennoch, um es hier mal klar zu stellen: ich persönlich (das ist nicht die Meinung von 1001 allgemein) stehe dazu, dass ich keine Islamisierung in meinem freiheitlich, demokratischen Land haben möchte und bin deshalb der Meinung, dass entsprechende Seiten und Organisationen (Bürger die sich wehren) ihre Berechtigung haben. Schließlich sagt man ja auch nichts gegen einschlägige Islam-Seiten. Das nämlich ist Demokratie und Meinungsfreiheit. Bin ich deshalb fremdenfeindlich? Das wäre dann wieder das typische „Gutmenschendenken“ .
http://forum.1001geschichte.de/viewtopic.php?f=56&t=853

Das sagt ja nun etliches über ihre Einstellung aus.

Und nun kam das Abstimmungsergebnis über das Minarettverbot in der Schweiz. Der zu diesem Thema laufende thread hat mir klar gemacht, dass ich mich doch näher mit der Website und dem Umfeld beschäftigen sollte.

NB: ich setzte diesen Artikel auch mal auf die Hauptseite, weil ich bemerkt habe, dass er über den header nicht gut gefunden wird. Er ist aber wichtig, um die einzelnen Artikel verstehen zu können.

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Diese Wortschöpfung entstammt einer Verballhornung des Wortes „business“.  Die Seitenbetreiberin von 1001 Geschichte, Frau Kern, hat diesen Begriff durch ihre Tätigkeiten bekannt gemacht – so weit, dass es dazu einen wikipedia Artikel gab. Ja, gab – denn, wie ich einem Artikel eines anderen blogs entnehme, wurde dieser erfreulicherweise inzwischen gelöscht.

Der Artikel ist vom Mai 2009, und trifft meine Meinung ziemlich deutlich:

Nach längerer Diskussion hat das Online-Lexikon „WIKIPEDIA“ den Begriff „Bezness“ wieder gelöscht. Der Begriff war ins Gerede gekommen, nachdem der WDR 2007 einen einseitigen Bericht über sogenannte „Bezness“-Praktiken in arabischen Ländern gebracht hatten, die angeblich zulasten europäischer Frauen gingen. In diesem Blog wurde der Beitrag damals als „einseitig“ bezeichnet, er war aber mehr als dies: Die Redaktion des WDR (Redaktion: Frau TV) sich damals auf eine einzige Quelle verlassen, der verdächtig viel Raum gegeben wurde – bis heute ist dieser Link als Informationsquelle im WDR-Artikel angegeben.

Der Begriff ist eine Verballhornung von „Business“ (etwa wie „Bisness“ oder „Biz“) und war nach Meinung der damaligen Wortschöpfer das Geschäft einheimischer Männer der „Maghrebstaaten“, die durch „Beziehungen zu Europäerinnen nach finanziellen Vorteilen suchten.“

Der Löschung des Begriffs ging eine kontroverse Diskussion voraus, in der allerdings deutlich wurde, dass sich die Begriffsschöpfer offenbar einseitig mit arabischen bzw. islamischen Staaten auseinanderzusetzen beabsichtigten.

Auch heute noch behauptet eine Internet-Organisation, das Wort „Bezness“ stünde in „orientalischen Urlaubsländern für das Geschäft mit europäischen Frauen und Männern, denen die große Liebe, ein lukratives Geschäft und ein sorgenfreies Leben am Urlaubsort“ versprochen würden.

Was mich – wie so viele andere – daran stört, ist dass ständig einseitig auf bestimmte Bevölkerungsgruppen hingewiesen wird, die derartige Geschäfte betreiben, denn der Betrug mit Liebe und Leidenschaft wurde nicht im Orient erfunden – er ist immer und überall möglich, wenn Menschen leichtfertig und unüberlegt handeln.

Geschrieben von Gebhard Roese 
Dem habe ich hier nichts hinzuzufügen. Da aber immer weiter auf diesem Punkt herumgeritten wird, werden sich die folgenden Artikel mit Teilaspekten, Einzelfällen und Folgen befassen.

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